Spannend wie ein Seefahrer-Roman

Veröffentlicht am 22. Oktober 2019

Wer mehr als nur die übliche Heldensaga vom „größten Seefahrer aller Zeiten“ (Stefan Zweig)  lesen will, findet in meinem Buch „Magellan oder Die erste Umsegelung der Erde“ alles, was ihn interessiert:

Wie kam es dazu, dass der portugiesische Ritter Fernão de Magalhães einen Vertrag mit dem kastilischen König schloss, um für ihn die Molukken zu „entdecken“, die legendenumwobenen Gewürzinseln?

Wie sahen die Schiffe aus, mit denen Magellan und seine Mannschaft am 20. September 1519 in See stachen, und wie wurden sie ausgerüstet? Wie war das Leben an Bord? Wie fanden die Steuermänner ihren Kurs?

Was erlebten die Seefahrer auf ihrer jahrelangen Reise, die einige von ihnen um den ganzen Globus führen sollte? Wie viele kehrten am Ende nach Europa zurück? Warf das Unternehmen tatsächlich einen Gewinn ab, wie immer behauptet? Und was bedeutete es für die Zeitgenossen, dass erstmals ein Schiff die Erde umfahren hatte?

Jetzt auch in 2., durchgesehener Auflage:

Bild: Verlag C.H. Beck

Spannend wie ein Seefahrer-Roman“ (Welt am Sonntag)

„Jostmann verflicht gekonnt die historischen Quellen zu einer spannenden Erzählung, ohne Überlieferungslücken mit Spekulationen zu füllen und somit den Sachbuchcharakter aufzuweichen.“ (Sebastian Hollstein in Spektrum der Wissenschaft)

„Ein Sachbuch wie man es sich wünscht, eines das fachlich kaum Fragen und stilistisch keine Wünsche offenlässt, das seine Geschichte in allen Details und in aller Ruhe auserzählt und so … eine tiefe Immersion schafft, die einen immer weiter ins Abenteuer hineinzieht. Für so ein Leseerlebnis lasse ich jeden Roman liegen.“ (dampierblog.de)

„In der neuesten Darstellung von Magellans Abenteuer bietet der Historiker Christian Jostmann eine nüchterne, indes nicht minder spannende, fachkundige und lesenwerte Narration.“ (Oliver vom Hove in Die Presse)

Gratis zum Download (pdf):

Bibliographie

Personenverzeichnis

Erste Erdumrundung on air

Veröffentlicht am 13. September 2019

Am 10. August 1519 legte die spanische Armada zu den Gewürzinseln, deren Kommandant Fernão de Magalhães – Magellan – hieß, von Sevilla ab. Sie fuhr den Guadalquivir hinunter bis zu dessen Mündung und ging in einem Hafen bei Sanlúcar de Barrameda vor Anker. Dort blieb sie sechs Wochen, weil die fünf Schiffe noch mit Proviant und den Waren beladen werden mussten, die man im fernen Osten bzw. Westen gegen Gewürze eintauschen wollte. Am 20. September waren alle Arbeiten abgeschlossen, so dass die Armada endlich in See stechen konnte. Von vielen wird daher der 20. September 1519 als Beginn jener großen Reise angesehen, die als erste Umsegelung der Erde in die Geschichte eingehen sollte.

Werbung für den Radioapparat „Magellan“ von Océanic (1961). Bild: pubmag59

Dem Jubiläum widmet der Radiosender SWR2 von Montag, den 16., bis Freitag, 20.9., jeden Vormittag ab 9:05 Uhr eine „Musikstunde„, in der Stefan Franzen „den Seeweg der Portugiesen und Spanier mit Musik aus fünf Jahrhunderten, aus allen Kontinenten und Genres von Klassik über Jazz bis zu den jeweiligen Volkskulturen“ nachzeichnet. Eine musikalische See- und Zeitreise, auf die ich schon sehr gespannt bin.

In der Woche darauf – ab Montag, den 23.9. – wird sich der Rundfunksender Ö1 unter dem Titel „Die Erde ist keine Scheibe“ mit dem historischen Ereignis beschäftigen, und zwar an vier Vormittagen ab 9:30 Uhr für jeweils eine Viertelstunde. Zu diesem Radiokolleg habe ich Wissen beigesteuert, und ich bin abermals neugierig darauf, was Andreas Wolf aus dem Thema gemacht hat

Andere Radioanstalten haben bereits um den 10. August Beiträge über Magellan und die erste Erdumrundung gesendet.

Besonders gelungen finde ich nach wie vor das „Zeitzeichen“ auf WDR5, das Ralph Erdenberger zum Anlass produziert hat. Zu empfehlen gerade auch für jüngere Hörerinnen und Hörer!

Mehr um die historischen Hintergründe und die Einordnung geht es im folgenden Beitrag, den der Deutschlandfunk im Rahmen der Reihe „Wendepunkte: Vorher – Nachher“ gebracht hat: „Gier, Ruhm und der Wettlauf der Nationen“.

Viel Spaß beim (Nach-) Hören!

Ein halbes Jahrtausend …

Aktualisiert am 13. August 2019

… ist es nun her, dass vom Puerto de las Muelas in Sevilla fünf Schiffe ablegten. Es war der 10. August 1519, ein Mittwoch und Festtag des heiligen Lorenz. Zuvor hatte sich die Besatzung in der Kirche Santa Maria de la Vitoria zum Abschiedsgottesdienst versammelt, und der Statthalter des kastilischen Königs hatte dem Kommandanten der Flotte die Standarte überreicht. Danach waren alle zum Hafen gezogen, wo die Schiffe, mit Wimpeln geschmückt und schwarz glänzend vom Pech, vertäut lagen. Salutschüsse donnerten über den Fluss. Ein Schiff nach dem anderen stieß vom Ufer ab, die Focksegel gingen hoch, Bug um Bug drehte sich stromabwärts. Noch am selben Tag brach ein Eilbote nach Barcelona auf, um die Nachricht an den Hof Karls I. zu bringen: Die Molukken-Armada hatte endlich abgelegt!

Sie sollte dem kastilischen König gebührenden Anteil am Handel mit kostbaren Gewürzen bescheren, die im fernen Indien  gediehen. Das zumindest hatte der Kommandant der Flotte, ein portugiesischer Ritter namens Fernão de Magalhães, den man hierzulande als Magellan kennt, dem König versprochen. Magellan wollte finden, was schon zahllose Seefahrer vor ihm vergebens gesucht hatten: einen westlichen Seeweg nach Indien, und so den östlichsten Teil von Asien kastilischer Herrschaft unterwerfen. Doch seine Rechnung ging nicht ganz auf.

Bild: Ansicht von Sevilla im 16. Jh., Alonso Sánchez Coello zugeschrieben (Datei: WIkimedia Commons)

Von jener Flotte, die am 10. August 1519 von Sevilla ablegte, kehrte am Ende nur ein Schiff zurück: die „Vitoria“. Ihr Befehlshaber hieß Juan Sebastián Elcano, denn Magellan war auf den Philippinen (die damals noch nicht so hießen) im Kampf mit deren Einwohnern gefallen, nachdem er und seine Crew tatsächlich einen westlichen Seeweg nach Asien gefunden hatten – durch eine Meerenge im tiefen Süden Amerikas, die heute  „Magellanstraße“ heißt. Erstaunlicher noch: Die „Vitoria“ kehrte, nachdem sie die Molukken angefahren hatte, über das Kap der Guten Hoffnung nach Spanien zurück und hat damit als erstes Schiff, von dem man weiß, die gesamte Erde umrundet. Daher gedenken wir in diesen Tagen der ersten historischen Erdumsegelung.

Hören Sie mehr darüber im „Zeitzeichen“ des WDR-Hörfunks zum 10.8.1519, von und mit Ralph Erdenberger.

Oder lesen Sie mein Buch:

Bild: Verlag C.H. Beck

Christian Jostmann: Magellan oder Die erste Umsegelung der Erde. 336 S., mit 11 Abb. und 2 Karten. Verlag C.H. Beck, München 2019. 24,95 Euro (D).

Eine ausführliche neue Rezension des Buches finden Sie jetzt auf dampierblog.de.

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